Der Teich


oder


Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen


Fritz plagt eine schreckliche Ahnung: Seine Mutter liebt ihn nicht.
Seit dieser skandalösen Entdeckung, findet er sich in seiner Welt nicht mehr zurecht. Alles was ihm vertraut war, erscheint ihm plötzlich fremd und unheimlich, er zieht sich immer mehr aus seiner Umgebung zurück. Einzig die Hoffnung, sich getäuscht zu haben, macht ihm Mut. Um zu überprüfen, ob seine Mutter ihn wirklich nicht liebt, fasst Fritz einen radikalen Plan: Er inszeniert seinen Selbstmord.

„Der Teich“ ist Robert Walsers einziges auf schweizerdeutsch verfasstes Stück. Bis nach seinem Tode unveröffentlicht, ist das Kurzdrama bis heute einer seiner weniger bekannten Texte. Zu Unrecht: Walsers beklemmende Figurenzeichnung und sein Feingefühl für die schweizerdeutsche Sprache machen den Text zu einem wahren Fundstück für das Theater.

In diesem frühen Text sind bereits die zentralen Motive des Walser’schen Werks angelegt: Die „versehrte Mutterbindung“, bei der die Mutter-Kind-Beziehung von extremen Schwankungen zwischen totaler Vereinnahmung und grober Vernachlässigung geprägt ist, das Gefühl des Unerkannt- und Verkannt-Seins und der daraus resultierende Rückzug ins Aussenseitertum.

In der Inszenierung „Der Teich oder Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen“ von papst&co. wird aus der Perspektive von Fritz erzählt wie dieser seine Familie und seine nächste Umgebung wahrnimmt. Was Fritz zuvor heimelig erschien, tritt ihm auf einmal grotesk verzerrt entgegen. Fritz sucht das Publikum als Verbündeten und nimmt uns mit an die Orte des Bewusstseins, wo das Gewöhnliche zum Unheimlichen wird.

Regie: Anna Papst
Dramaturgie: Myriam Zdini
Bühne: Gabriela Neubauer
Kostüm: Mirjam Egli
Musik: Martin Schumacher
Licht: Nik Friedli
Spiel: Jonas Gygax, Martin Schumacher,
Camilla Gomes dos Santos,
Luzian Hirzel, Eva Welter
Produktionsleitung: Martina Scherler.

Premiere 17. Oktober 20.15h, Theater Tuchlaube Aarau

Eine Koproduktion mit dem Theater Tuchlaube Aarau und
dem Konzeptbüro Rote Fabrik Zürich.
Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Zürich, des Kantons Zürich,
Kuratorium Aarau, Migros-Kulturprozent (Stand Juli 2012).




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